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Führen von Sprengstoffspürhunden auf Distanz (FaDi)

 

Motivation

Der Einsatz von Spürhunden ist eine leistungsfähige und etablierte Methode für das Aufspüren von Explosivstoffen. Hundeführer und Spürhund treten dabei direkt vor Ort als Team auf. Der Mensch lenkt das Suchverhalten des Spürhundes und interpretiert das Ergebnis.

Hund und Hundeführer sind jedoch durch die Nähe zum mutmaßlichen Sprengkörper einer erheblichen Gefährdung ausgesetzt. Daher sollten Mobilität, Unauffälligkeit und sensorische Fähigkeiten des Spürhundes mit vernetzten technischen Aufklärungsmitteln kombiniert werden, um ein sicheres und gesichertes Bewerten von Suchlagen zu ermöglichen. 

Problem

Es gibt weder aussagefähige Untersuchungen zum abstandsfähigen Einsatz von Spürhunden noch zur Kombination technischer Aufklärungsmittel mit den Fähigkeiten des Hundes (Mobilität, Unauffälligkeit, sensorische Leistungsfähigkeit) mit dem Ziel, Suchvorgang, Hund und Hundeführer zu sichern.

Methoden

 Die ausgewählten Hunde (5 Tiere; Rasse: malinoi) wurden frühzeitig im Alter von 3-4 Monate
 an das Tragen eines Brustgeschirrs gewöhnt.
 Das  Brustgeschirr enthält ein Sprechfunkgerät und eine Videokamera.

 

Die Konditionierung erfolgte auf einen spezifischen Explosivstoff unter Verwendung von EMPK® als Trainingshilfe. Trainiert wird an einer Differenzierungsstrecke und an einzelnen markanten Objekten. Die Entfernung zwischen Suchlage und Hundeführer wurde sukzessive erhöht.

Die Bestätigung richtigen Verhaltens erfolgt möglichst zeitnah über Sprechfunk durch ein Klickergeräusch. Das reproduzierbare Geräusch wird vom Tier als Belobigung empfunden, da es zuvor mit positiven Erlebnissen wie Futtergabe oder Spielen verknüpft wurde. Das Sprechfunkgerät wird außerdem genutzt um dem Hund einfache akustische Kommandos zu übermitteln.

Die vom Hund mitgeführte Videokamera dient der visuellen Kontrolle der abgesuchten Objekte und des Suchvorganges. Durch die Kamera soll dem Hundeführer die Möglichkeit gegeben werden, frühzeitig Gefahren für den Hund zu erkennen, um dann bei Bedarf den Suchvorgang abzubrechen.

Ergebnisse

 Der Spürhund wird vom Hundeführer auf das Suchziel ausgerichtet.  

 Der Hund läuft das Ziel an

 Sitzhaltung zeigt den Fund von Explosivstoff an

  Rückruf über Sprechfunk ist erfolgt

Zusammenfassung

  • Die Konditionierung auf einen spezifischen Explosivstoff mittels EMPK® war erfolgreich.
  • Der Spürhund kann sich von seinem Hundeführer lösen und ein größeres, abgestelltes Objekt auf Sprengstoff bewerten.
  • Die Kontrolle des Suchvorganges über Videoanbindung, Abbruch des Suchvorganges und Rückruf über Sprechfunk sind möglich.

Weitere Ziele dieser Machbarkeitsstudie sind ein sicheres Ausrichten des Spürhundes auf unauffällige und kleinere Objekte, sowie die Erweiterung und Lenkung des Suchvorganges auf mehrere, von einander entfernte Objekte. Außerdem werden die technischen Hilfsmittel zur Führung und Sicherung des Suchvorganges weiter ergänzt.

Hier noch einige Bilder aus der Ausbildungspraxis

 

  

 

 

FaDi ist Teil des vom BMVG geförderten F&T Projektes MoSEV (Mobile Sensorik Explosivstoffspezifischer Verbindungen)